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Fachhochschule oder Universität?

Da mich viele Schüler, Abiturienten und Freunde immer wieder fragen – hier meine 2 Cents zu diesem Thema..Nach “Bolgnia” gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Bachelor und Master dieser Institutionen. Man kann heute feststellen, dass beide Gebilde FH und Uni zusammenwachsen ja manchmal sogar verwässern. Grundlagen- und angewandte Forschung findet man jetzt auch an den Unis, ebenso die Möglichkeiten der dualen Ausbildung. Damit gehen die Unis auch massiv in die strategischen Geschaftsfelder der Fachhochschulen hinein. Andererseits bauen die FHs ihre Forschungstätigkeiten weiter aus. Da beide Welten sich kontinuierlich aufeinander zu bewegen wird eine Differenzierung heute immer schwieriger.
FHs sollten nach meiner Ansicht flexible Lehreinrichtungen bleiben ( siehe FHAM Erding), denn die alte Trennung FH und Uni trägt nicht mehr!! Moderne Universitäten wie z.B. die Privatuniversität Schloss Seeburg- sind trotz der starken Anwendungsorientierung und Branchenfokusierung meines Erachtens eher der Wissenschaft als Disziplin verpflichtet und sollten es auch bleiben. Die Stärken der Hochschulen sollte eher der Fokus auf die berufsfeldbezogene Ausbild sein.

 Interdisziplinarität

Gerade eine gelebte Interdisziplinarität steht hier im Vordergrund – also keine zu enge Ausbildung. Die FHAM ist hier ein gutes Beispiel – sie kann schnell auf Veränderungen reagieren. Ein gutes Beispiel ist das neue Bachelor Studium “Kommunikations- und Werbeamanagement” an der FHAM – nach dem der Markt schon lange verlangt, weil eine Akademisierung der Werbebranche längst überfällig ist und dies private, nicht akkreditierte Akademien für Werbung schlichtweg nicht leisten können. (Gerade hier zeigt sich durch den semivirtuellen Ansatz die enorme Flexibilität).

Private Werbe-Akademien

Der nichtstaatliche Abschluss an diesen Einrichtungen ist heute für junge Menschen meines Erachtens keine Alternative mehr und führt heute in eine Sackgasse. Bachelors können hier nur über Umwege erreicht werden. Derartige Akademien sollten sich auf die professionelle Weiterbildung spitzer Zielgruppen konzentrieren und diese professionalisieren – die Ausbildung von jungen Studenten ist hier fehl am Platz, denn was nutzt ein Abschluss , der später keine Hochschule, Universität oder führende Position in Unternehmen für junge Menschen öffnet!

 

 keine starren Grenzziehungen

In Zukunft wird es also zwischen Hochschule und Universität keine starren Grenzziehungen mehr geben. Neben der FHAM und Privatuniversität Schloss Seeburg, die diesen geistigen und praktischen Austausch leben und immer wieder Mut – beweisen neue Ausbildungs nischen in neuen Märkten zu finden, die vergeblich nach Talenten und Fachkräften suchen. Gerade hier findet man also heute viele Sieger bei den Fachhochschulen. Hier ist m.E. auch die Hafenuni Hamburg zu nennen, die auch komplett neue Wege geht. Dort entsteht eine Hochschule um ein komplettes Fragenzentrum herum.

 Hochschule und Universität

beides braucht das Land, denn nur ein überlegtes, vielfältiges Bildungs-system kann unsere Jugend für die Herausforderungen der Zukunft stark und wettbewerbsfähig für die globalen Märkte mit neuen Unternehmensstrukturen machen. Heute haben wir in Bayern gleich viele neue Studienplätze an FHs und Universitäten. Ich bin mir auch sicher, dass bald gemeinsame Promotions-angebote an der Tagesordnung sein werden. Das Fachhochschule und Universitat gleichgezogen haben, zeigt auch die Entwicklung in Bayern, denn der “Öffentliche Dienst” macht bei der Einstellung von Bachelors und Master heute keinen Unterschied mehr. Somit sind beide Syteme in Zukunft gefordert – sich gehenüber dem Kunden “Student” klar zu profilieren und zu positionieren, damit die Entscheidung – Uni oder FH leichter fällt. Meiner Meinung nach sollten Studenten nach den Inhalten, den zukunftsorientierten Angeboten und Netzwerken auswählen – nicht nach der Bezeichnung einer Institution.

 

Prof. Dr. K. Peter Fischer ist Professor für Markt- und Werbepsychologie an der FHAM in Erding und Lehrbeauftragter an der Privatuniversität Schloss Seeburg. Er war über 15 Jahre Dozent und 6 Jahre Studienleiter an der Bayerischen Akademie für Werbung und Marketing in München, bevor er seine Lehrtätigkeiten auf Hochschulee und universität verlegte.