Wahrnehmung

Faszination Sinnesorgane

Das Gehirn – abgeschlossen in der stillen Dunkelkammer des Schädels – ermöglicht uns die Erfahrung leuchtender Farben eines Gemäldes, der Melodien und Rhytmen des Rock ‘n’ Roll, den erfrischenden Geschmack einer Wassermelone an einem heißen Tag oder den Geruch von Wiesenblumen im Frühling.

Empfindungen sind Prozesse, bei denen die Stimulation von Sinnesrezeptoren – Strukturen der Augen, Ohren, etc. – Nervenimpulse produziert, welche die Erfahrungen innerhalb und außerhalb unseres Körpers abbilden. (Philip G. Zimbardo, Psychologie, 16. Auflage)

Wahrnehmung bezeichnet also die bewusste und unbewusste Sammlung von Informationen über Sinnesorgane und kann durch bewusst gerichtete Aufmerksamkeit enorm gesteigert werden.

Wahrnehmung – “ein klares Fenster in die Welt”?

Obwohl die uns zur Verfügng stehenden Informationen häufig nicht vollständig sind, gewinnen wir trotzdem meist den “richtigen” Wahrnehmungseindruck. Auch unser Wahrnehmungsapparat ist im Grunde genommen eine Fehlkonstruktion. Den Blinden Fleck, die ständigen, ruckartigen Augenbewegungen und die Zweidimensionalität der Retina bemerken wir jedoch in der Regel nicht: Wir nehmen unsere Umwelt konstant, stabil und dreidimensional wahr, ohne unsere Sinneseindrücke in Frage zu stellen.

Wahrnehmung geschieht nicht einfach so

Wahrnehmung ist konstruktiv und stark geprägt durch unser Vorwissen. Bereits Herman von Helmholz beschriebt im 19 Jh. dieses Phänomen in seinem Wahrscheinlichkeitsprinzip: “Wir nehmen dasjenige Objekt wahr, das mit der größten Wahrscheinlichkeit die Ursache unserer jeweiligen sensorischen Empfindung ist.”

ABER: Die somit aus unvollständigen Informationen gewonnen Hypothesen über unsere Umwelt könnn auch falsch sein, so dass Wahrnehmungstäuschungen (siehe opische Täuschungen) entstehen können.